Als Kinnbartträger muss ich mir regelmäßig das restliche Gesicht rasieren. Als überzeugter Anwender der Nassrasur und hat sich dabei ein Problem ergeben, dass mich fast in den Wahnsinn trieb:
Wie bekommt man diese verdammten Härchen aus den Klingenzwischenräumen?Wenn man diese nämlich nicht entfernt, kann das unter anderem dazu führen, dass die Klinge nicht mehr richtig greift, bei längeren Härchen (ab ca. 4 mm) neigt der Rasierer auch dazu, über die Haut zu gleiten und praktisch gar keinen Effekt mehr zu haben. Natürlich wird man speziell letztere Situation leicht los, indem man die Klinge einfach mit dem Finger entlang der Klingenrichtung abzieht. Dies hat jedoch fast keinen Einfluss auf die feinen Rückstände zwischen den Klingen. Um jene loszuwerden, habe ich folgendes probiert:

1. Wasserhahn maximal aufdrehen und Klinge in den Strahl halten:

Der Effekt sind hauptsächlich nasse Kleidung und eine kleine Überschwemmung im Bad, das eigentliche Ziel wird nur mangelhaft erfüllt, selbst wenn man die Klinge im Strahl dreht und wendet. Außerdem führt es bei den von mir verwendeten “Gillette Mach 3 Turbo”-Klingen dazu, dass die “Aloe Vera”-Beschichtung ziemlich rasch flöten geht. Man kann jetzt über die Notwendigkeit und Wirksamkeit von Aloe Vera streiten, aber es gibt ein angenehmes Gefühl auf der Haut.

2. Mit dem Zahnstocher die Zwischenräume ausputzen

Diese Methode funktioniert zwar an sich ausgezeichnet, hat jedoch gleich zwei Nachteile:

  1. Die Zahnstocher verschleißen recht rasch
  2. Die Klingen ebenfalls

Außerdem erreicht man manche Ecken und unter “Verstrebungen” liegende Stellen nur sehr schlecht. Darum habe ich sie bei den nicht gerade billigen Gillette-Klingen rasch wieder fallen gelassen.

[Update vom 16.12.2010] Zwischendurch ist mir zufälligerweise ein  Zahnstocher untergekommen, der an der längs zur Achse gebrochen ist – ein ca 16 mm langer und dadurch sehr flacher Bruch. Die beiden Kritikpunkte treffen darauf nicht zu; meines Erachtens ist es nach Druckluft und Zahndusche die beste und vor allem günstigste Variante bisher. [/Update]

3. Das gleiche mit Wattestäbchen versuchen

In der Theorie eben so klasse wie Zahnstocher, hat sich mir recht rasch offenbart, dass die verdammten Dinger dicker sind, ca. 1,5 mm, während die Zahnstocher eben an der Spitze nur ca. 0,1 – 0,2 mm dick sind. Die Klingen werden faktisch nicht beschädigt und man bekommt auch große Teile der Härchen beseitigt, an die wirklich lästigen Stellen kommt man aber natürlicherweise nicht. Und sie verschleißen noch schneller als die Zahnstocher.

4. Druckluft

Schlussendlich hat sich die von mir normalerweise zur Reinigung von Kamerasensor und -austattung verwendete Druckluft aus der Dose als das optimale Mittel erwiesen. Mit dem aufsteckbaren, flexiblen Röhrchen kommt man in alle Ecken und kann die Härchen restlos ausblasen. Aber bekanntlich hat *jede* Methode Nachteile. Der von Druckluft ist, so pervers es sein mag, der Preis für eine Dose. Jedenfalls da ich sie bisher beim Fotofachhändler gekauft habe; ich sollte mich wohl auf die Suche nach einem billigeren Lieferanten machen. Sonst dürfte sie preislich nicht weit hinter Zahnstocher und neuen Klingen liegen…

Endlich sind meine Klingen nach dem Rasieren wieder vollständig sauber. :)

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